Palmöl

Palmöl

 

1. Stammpflanze


        Elaeis guineensis Jacq. (Arecaceaa) Ölpalme


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2. Vorkommen

Die Ölpalme und ihre Früchte liefern zwei verschiedene Öle: das Palmöl, welches aus dem Mesocarp der Früchte und das Palmkernöl, welches aus den Samen gewonnen wird.

Die Ölpalme hat Ihren Ursprung im tropischen Afrika und Angola. Mit der zunehmenden Verwendung pflanzlicher Fette und einer gesteigerten Nachfrage folgte der verstärkte Anbau der Pflanze, so dass sich heute Kulturen über die Tropen der ganzen Welt ausdehnen. Hauptanbaugebiete liegen in Südostasien, Afrika und Südmaerika. Die wichtigsten Produktionsländer sind Malaysia und Indonesien.

 

3. Beschreibung

Die Ölpalme ist eine bis 30 m hohe Pflanze mit riesigen Blättern, dichter Krone und einem bis zu 50 cm dicken Stamm. An der Krone befinden sich etwa vierzig bis zu 7.5 m lange Blätter.  Der 1 m lange Blattstiel trägt am oberen Ende 4 cm lange Dornen. Seine männ-lichen und weiblichen Blütenstände entwickeln sich im periodischen Wechsel. Die Früchte der Ölpalme stehen in bis zu 25 kg schweren Fruchtständen und bestehen aus 1000 bis 4000 Früchten. Jede einzelne ist 2.5 bis 3 cm lang, hat einen Durchmesser von 2.5 cm und ist ca. 3 bis 30 g schwer. Das Epicarp der Früchte ist dünn und rötlich orange gefärbt. Die Farbe kann allerdings, je nach Art ins Gelbe, Orange, Rote, Braune oder Schwarze variieren. Das Mesocarp, das eine orange oder rötlich-braune Farbe besitzt, ist faserig und ölig. Der Same der Ölpalme ist eine Nuss und besteht aus einer Schale oder Endocarp und einem oder mehreren Kernen. Die Kerne bestehen aus Schichten von hartem, öligen Endosperm und einem Embryo. Das Mesocarp der Früchte enthält 45 bis 60 % Palmöl un die Samen 43 bis 52 % Palmkernöl.

 

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4. Anbau

Die klimatisch günstigen Anbauzonen liegen innerhalb des 10. Nördlichen und südlichen Breitengrades in Höhenlagen bis zu 700 m. Die jährliche Durchschnittstemperatur sollte bei 24 bis 27 Grad C und die jährliche Niederschlagsmenge bei 2000 bis 3000 mm liegen.

Ein steter Wechsel von Sonne und Regen ist für die Blütenbildung und die Entwicklung der Frucht wichtig. Ein tiefgründiger, humusreicher, leicht saurer und lockerer Boden begünstigt die Wurzelentwicklung. Zur Anzucht werden die entpulpten Samen in Kästen bei 37 bis 40 °C gezogen und, sobald sich 2 bis 3 grüne Blätter gebildet haben, in sonnige Beete gepflanzt. Nach 10 bis 14 Monaten erfolgt das Auspflanzen, nach ca. 4 Jahren beginnt der Höhenwuchs der Palme und auch die Reife der ersten Früchte. Die Entwicklung und Reife der Früchte dauert, je nach geographischer Lager, 5 bis 8 Monate. Eine Ertragshöhe ist im 12. Jahr erreicht  und bleibt bis zum 20. Jahr konstant. Der jährliche Durchschnittsertrag liegt bei ca. 120 kg.


5. Ölgewinnung

Bei der Gewinnung von Palmöl fällt als Nebenprodukt Palmkernöl an. Hierbei werden die Palmfrüchte in Mühlen gepresst. Man erhält aus dem fleischigen Mesocarp das Palmöl, die Nüsse überstehen jedoch diesen Druck ohne zu brechen. Sie werden nun von den Fasern des Mesocarps gereinigt, von den Schalen befreit und bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 8 % getrocknet, um ein Schimmelwachstum zu unterbinden. Die Palmkerne werden dann in Schraubpressen zu Palmkernöl und Palmkernmehl gepresst. Um noch mehr Öl zu erhalten, kann der Presskuchen danach mit Lösungsmitteln extrahiert werden. Dieser Vorgang wird jedoch immer mehr obsolet, da er ökonomisch nicht sinnvoll scheint.

 

6. Charakter

Farbe: dunkelgelb bis rotgelbes Fett

Geruch: schwach, frisch leicht grün

Fettsäurezusammensetzung              in %           

Laurinsäure                                       0.1 – 1.0                  

Myristinsäure                                    0.9 – 1.5                  

Palmitinsäure                                      42 - 47                              

Palmitoleinsäure                             0.1 – 0.3                                

Stearinsäure                                    4.2 – 5.1        

Ölsäure                                                37 - 41                               

Linolsäure                                             9 - 11                                

Linolensäure                                  0.3 – 0.6                                 

Arachinsäure                                  0.2 – 0.7                                 

 

Physikalische Kennzahlen

Brechungsindex: n20/D        1.449 – 1.456

Dichte: d 40/20                       0.891 – 0.899

Verseifungszahl:                            190 - 209

Iodzahl:                                                 49 - 55

Unverseibares:                                0.1 – 1.2 %

Schmelzpunkt:                                   33 – 40 ° C

 

7. Verwendung


Lebensmittelindustrie

Palmöl ist als Speiseöl auf Grund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilitätsehr gut zum Kochen, Braten und Frittieren geeignet. Daneben wird es von der Lebens- mittelindustrie zum Backen und zur Herstellung von Margarine und Konfekt verwendet.


In der Industrie

Industrielll kann Palmöl zur Herstellung von Seifen und Kerzen verwendet werden.

Neuerdings wird Palmöl auch für die Herstellung von Biodiesel verwendet. Die Herstellung dieses vermeintlich umweltfreundlichen Kraftstoffes führt aber in Indonesien in den letzten Jahren zu einer massiven Umweltzerstörung durch Abholzung des Urwaldes.

 

Quelle: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Springer Verlag/Bilder Wikipedia

31.1.201

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