Kokosöl

Kokosöl

1. Stammpflanze

    Cocos nucifera L. (Arecaceae), Kokospalme

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2. Vorkommen

Als ursprüngliche Heimat der Kokospalme wird das Gebiet des malaiischen Archipels an-genommen., wo ihre Kultur auf eine Vergangenheit von 3000 bis 4000 Jahren zurück-blicken kann. Heute ist sie in allen Tropengebieten verbreitet und wird dort auch kultiviert.

Besonders häufig ist sie an den Küsten zu finden, da die Palme salzhaltige Seeluft bevorzugt. Zudem benötigt die Kokospalme gleichmässige Wärme. Der Jahresdurchschnitt sollte zwischen 20° C und 25 ° C liegen und 20 ° C auch in den kältesten Monaten nie unterschreiten. Die Kokospalme gedeiht auf allen Böden, solange die physikalische Struktur eine ausreichende Durchfeuchtung und einen guten Luft- und Wasserhaushalt zulässt.


3. Beschreibung

Unter normalen Verhältnissen erreicht die Kokospalme eine Höhe von 30 bis 35 m und entwickelt einen schlanken, säulenförmigen, unverzweigten Stamm, der vom Boden an meist etwas gebogen wächst. Eine ausgewachsene Kokospalme trägt zwischen 25 und

40 gefiederte Blattwedel mit breiten, den Stamm um fassenden Blattstielen. Diese Blattwedel sind 4 – 6 m lang, mit holziger Mittelrippe und 150 bis 180 Blättchen, die 90 cm lang und ledrig sind.


Kokospalme

 

Die Blütenstände sprossen seitenständig aus den Blattachsen, an der Basis in Dreiergrup-pen mit je einer gelblichgrünen weiblichen Blüte und zwei gelblich gefärbten männlichen Blüten. Da die Blüten sich jedoch zu verschiedenen Zeiten entfalten, erfolgt die Bestäu-bung stets mit Pollen eines anderen Blütenstandes desselben oder mit denen eines Nachbarbaums. Die Bestäubung erfolgt sowohl durch Insekten als auch durch Windüber-tragung. Nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der befruchteten Blüten reifen zur voll entwik-kelten Frucht aus. Die Frucht ist eine Steinfrucht und ist ungefähr 13 Monate nach der Öffnung der Blütenscheid ausgereift. Der Reifezustand ist äusserlich erkennbar an der trockenen Hülle, dem Exokarp.  Zu dieser Zeit haben die Nüsse ihr höchstes Gewicht and Kopra, dem Fruchtfleisch, erreicht. Eine reife Frucht wiegt je nach Varietät 1.5 bis 2.5 kg. Auf einer voll tragenden Palme können 60 bis 160 Nüsse reifen.


4. Anbau

Wirtschaftliche Bedeutung erlangten Kokosnüsse erst im 19. Jahrhundert. Die ersten, von Holländern auf Ceylon angelegten Plantagen stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute werden Kokosnüsse auf beiden Seiten des Äquators in den tropischen Zonen im Küstenbereich und im Landesinnern an Flussufern angebaut. Die Weltproduktion and Kokosnüssen lösst sich schwer abschätzen, da ein grosser Teil davon lokal verzehrt wird und nie in Handelsstatistiken erscheint.

 

kokusnuss


Ausserdem pflanzt und beerntet man Kokospalmen nicht nur in Plantagen, sondern auch an Strassenrändern und in Gärten. Es ist deshalb schwierig, Produktionsziffern sowie An-bauflächen korrekt zu erfassen.

Überblick über die wichtigsten Anbauländer für Kokosnüsse

Indonesien             16.235 Mio mt

Philippinen             12.562

Indien                        9.151

Sir Lanka                  1.950

Brasilien                   1.880

Thailand                   1.373

Mexiko                      1.213

Globale Produktion 50.074 Mio mt

Die Kokosnussproduktion hat sich seit 1980 von 32.215 Mio mt auf 50.074 Mio stark erhöht. Für über 400 Millionen Menschen der tropischen Regionen ist die Kokospalme die wichtigste Nutzpflanze und die entscheidende Fett- und Eiweissquelle.


5. Ölgewinnung

Kokosöl wird auch als Kokosfett bezeichnet, da es bei Raumtemperatur fest ist. Der Grund dafür liegt im hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, der ungefähr 90 % beträgt. Es wird aber wegen seines niedrigen Schmelzpunktes von ca 23 ° C sehr leicht flüssig. Es wird durch Auspressen aus dem zerkleinerten und getrockneten Nährgewebe der Kokosnuss, dem Kopra, gewonnen. Die frische Kopra wird getrocknet, gepresst und das Öl anschliessend raffiniert. Kokosöl kann erst nach der Raffination und Desodorierung als Speisefett verwendet werden.


6. Charakter

Farbe: weiss bis gelblich

Geruch: schwach fettig, wachsartig, frisch, leichte Kokosnote, mild.

Fettsäuremuster                                    in %   

Caprylsäure                                          5 – 10

Caprinsäure                                          5 - 10

Laurinsäure                                         45 - 52                     

Myristinsäure                                      17 - 20                     

Palmitinsäure                                        7 - 10                        

Palmitoleinsäure                                    < 0.1                         

Stearinsäure                                           2 - 5   

Ölsäure                                                    4 - 8                          

Linolsäure                                               1 - 2                          

Capronsäure                                            0.2                            

Arachinsäure                                            0.1        

                    

Physikalische Kennzahlen

Brechungsindex: n40/D    1.4485 – 1.4495

Dichte: d 40/20                            0.92 – 0.93

Verseifungszahl:                           242 - 263

Iodzahl:                                                 7 - 10

Unverseibares:                                        0.5 %

Schmelzpunkt:                                21 – 25  ° C

 

7. Verwendung

Lebensmittel

Kokosfett kann in der Küche als normales Speisefett zum Backen, Braten und Frittieren verwendet werden. Es ist bei Raumtemperatur fest, wird aber wegen des niedrigen Schmelzpunktes leicht flüssig. Es schmilzt unter Aufnahme erheblicher Schmelzwärme, was sich im Mund als angenehmer Kühleffekt äussert.

In der Süsswarenindustrie wird Kokosnussöl aufgrund seines kühlenden Effekts für Waffel-füllungen, Überzugsmassen und Speiseeis eingesetzt. Zudem ist es ein wichtiger Zusatz bei der Schokoladeherstellung. Bei der Raffination anfallende Fettsäuren dienen zur Her-stellung von Kunstharzen, Insektiziden und auch Arzneimitteln.


Medizin

Da Kokosöl Capryl- und Caprinsäure enthält, lässt es sich nach der Verseifung anreichern und zu mittelkettigen Triglyceriden verarbeiten. Mittelkettige Tyglyceride haben eine Kettenlänge von 6 – 12 Atomen. Sie sind leicht verdaulich, da sie ohne Pankreaslipase und Gallensäuren absorbiert werden können und direkt über die Pfortader in die Leber gelangen. Sie werden als Energieträger bei der parenteralen Ernährung von schwerkranken Patienten, ferner Als Diätetika bei Zuständen von ungenügender Fettabsorption – Steatorrhöe, Enteritis, nach Dünndarmresektion – anstelle der üblichen Speisefette verwendet. Allerdings können sie nach der Absorption so gut wie nicht ge-speichert werden. Als unerwünschte Nebenwirkung treten nicht selten Bauchschmerzen und Diarrhöe auf.


Industrielle Verwendung

Ferner werden aus dem  Kokosöl höhere, gesättigte und ungesättigte Fettalkohole Fett-alkoholsulfonate und andere Alkoholderivate gewonnen.

Ebenso wird aus den enthaltenen Caprylsäuremethylester und Octylalkohol Octylaldehyd gewonnen, was zur Herstellung von synthetischem  Rosenöl und Citronenöl dient.


Kosmetik

Obwohl Kokosöl nur ein geringes Eindringvermögen in  die Haut hat, wird es dennoch in der Kosmetik wegen seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung und dem kühlenden Effekt auf der Haut häufig eingesetzt. Es findet Anwendung als Zusatz in Haarpomaden, Haar-pflegeprodukten, Sonnenschutzcremen, After-Sun-Produkten, Badeölen, Cremen und Massageölen.

Quelle: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Springer Verlag/Bilder Wikipedia

31.1.2012

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